São Brás Hinterland

Ein Streifzug durch die Umgebung von São Brás de Alportel
Fonte Férrea

Im Wald bei der Quelle Fonte Férrea nördlich von Alportel verfügt die Gemeinde São Brás über ausgedehnte Korkeichenwälder. Bei einer Korktour erfahren wir, dass in dieser naturbelassenen Landschaft, bedingt durch die klimatischen Voraussetzungen, Korkrinde von besonders hoher Qualität wächst, die weit höhere Preise erzielt als das Produkt aus Korkplantagen. Eine Korkeiche benötigt 25 Jahre, bis ihre Rinde erstmals abgeerntet werden kann, und die weiteren Ernten finden dann in der Regel alle 9 Jahre statt. Die Korkernte muss bei Trockenheit der Zei von Juni bis August ausschließlich von Hand durchgeführt werden. Sie erfordert großes Geschick, um dabei den Baum nicht zu verletzen. Der mühsame Transport der geernteten Korkrinde erfolgt in diesem unwegsamen Gelände teilweise über mehrere Kilometer zu Fuß.

Korkfabrik in Mesquita

Die zweite Station auf unserer Tour führte uns zu einer der ältesten Korkmanufakturen der Algarve in Mesquita. Von den über hundert Korkfabriken, die es zu Beginn den 20. Jahrhunderts in der Umgebung gab, und denen die Ortschaft ihren damaligen Wohlstand verdankte, sind heute nur noch fünf in Betrieb. Gründe hierfür sind die Industrialisierung der Weiterverarbeitung und damit einhergehend die Verlagerung der Fabriken in den Großraum Lissabon. Diese Fabrik ist auf die Aufbereitung der Korkrinde spezialisiert, wobei alle Arbeitsschritte vom Kochen der Rinde bis zur Selektion und dem Zuschneiden von Hand erfolgen. Zur Weiterverarbeitung wird der so aufbereitete Kork in Ballen von 65 kg in unterschiedlichen Qualitäten an andere Fabriken in São Brás und Silves geliefert, wo daraus u.a. Wein- und Sektkorken, aber auch eine Vielzahl anderer Produkte, hergestellt werden.

Terracotta do Algarve

Die Bezeichnung „Santa Catarina“ wird in der ganzen Region als Gattungsname für die keramischen Baumaterialien aus rotem und gelbem Ton verwendet. Der gleichnamige Ort Santa Catarina da Fonte do Bispo in der Ostalgarve zwischen Tavira und São Bras de Alportel ist weithin bekannt für seine Lehmvorkommen und die Handwerksbetriebe, die diesen natürlichen Rohstoff verarbeiten. Schon die Römer wussten die Langlebigkeit der aus Ton gebrannten Fliesen zu schätzen. Bis heute hat sich die handwerkliche Kunst der manuellen Herstellung dieser Baumaterialien an der Algarve erhalte, die die Architektur der Region prägen. Auch modernen Bauwerken verleihen sie ein ganz besonderes Flair.

Marmores Bordeira

In den Hügeln südlich von São Brás gibt es zahlreiche Steinbrüche, in denen Kalkstein gewonnen wird. Am Ortsrand von Bordeira fanden wir diese Manufaktur, in der heimische und importierte Steine – Kalkstein, Granit und Marmor – zugeschnitten und verarbeitet wird, darunter auch die in der einheimische Architektur beliebten Tür- und Fenstereinfassungen aus hellem Kalkstein.