Bäume

Oliven, Johannisbrot, Mandeln und Orangen sind Produkte von kulturgeschichtlichen Ereignissen, die Portugal geprägt haben

Ursprünglich war die Algarve wie andere südliche Regionen Portugals seit der Steinzeit mit Stein- und Korkeichenwäldern bedeckt. Die Phönizier brachten vor über 2.200 Jahren den Olivenbaum nach Lusitanien, der Mandelbaum und der Johannisbrotbaum wurde durch die Mauren im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel heimisch, und der Orangenbaum ist ein Import aus China während des Zeitalters der Portugiesischen Entdeckungen zu Beginn der Renaissance.

Olivenbaum (Oliveira)

Die Phönizier brachten den Olivenbaum, eine der frühesten Kulturpflanzen, nach Portugal

An der Algarve existiert einer der ältesten Olivenbäume mit über 2.200 Jahren! bei Tavira.

Die Olivenplantagen in der Barrocal Region liegen zumeist in mittleren Lagen, weil die jungen Bäume künstlich bewässert werden müssen. Um regelmäßig Früchte zu tragen, müssen Olivenbäume alle 2 Jahre beschnitten werden, da nur die frischen Triebe Oliven tragen. Die geernteten Oliven werden in privaten oder genossenschaftlichen Ölmühlen (lagar) gepresst. Olivenöl (aceite) und Oliven (aceitonas) gehören an der Algarve zu den Grundnahrungsmitteln. Als Richtwert erzeugt ein ausgewachsener Baum von 20-100 Jahren jährlich 40-90 Kg Oliven, aus denen 4-12 l Olivenöl gepresst werden kann.

Korkeiche (Sobreiro)

Portugal ist Weltmarktführer bei der Produktion von Kork aus der Rinde der Korkeiche

Die Rinde wird nur all 16 Jahre geerntet, ohne den Baum zu schädigen und wächst wieder nach. Dieses natürliche Material ist abbaubar, wiederverwendbar und verfügt über erstaunliche Eigenschaften: es ist leicht, Wasser- und Luft undurchlässig, elastisch und komprimierbar, Feuer abweisend und ein hervorragender Isolator gegen Lärm und Wärme.

Bis Anfang des letzten Jahrhunderts waren São Brás de Alportel und Silves die wichtigsten Standorte mit über hundert Manufakturen, in denen die in den naturbelassenen Wäldern der Serra geerntete Rinde verarbeitet wurde.

Steineiche (Azinheira)

Die immergrüne Steineiche ist seit der Steinzeit einer der typischen Bäume Portugals

Ursprünglich bedeckten Steineichen-Wälder große Flächen des Landes. Im Zeitalter der portugiesischen Entdeckungen lieferten sie das Material für den Schiffbau der Karavellen. Der Baum gedeiht auf den kalkhaltigen Böden in der Barrocal Region besonders gut, wächst langsam (im Jahr ca. 10 cm) und kann bei einer Höhe von bis zu 20 m mehrere hundert Jahre alt werden.

Ihre Eicheln werden wie die der verwandten Korkeiche in der Schweinemast des Iberischen Schweines (porco iberico) verwendet, bei der die Tiere in der Mastzeit die Eichelhaine beweiden.

Durch die klimatischen Veränderungen werden Steineichen zunehmend durch die kleinere Stecheiche (Quercus coccifera) verdrängt. die gut in der Macchia-Vegetation gedeiht.

Johannisbrotbaum Alfarrobeira)

Der Johannisbrotbaum wurde von den Mauren aus Arabien an die Algarve gebracht

Der immergrüne Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), auch als Karubenbaum bekannt, mit einer Wuchshöhe bis zu 20 m und einer weit ausladenden Krone ist sehr hitzeresistent und gedeiht auch in den Höhenlagen der Barrocal Region. Die Bäume mit ihren oft skurril gewachsenen Stämmen zählen zu den eindrucksvollsten Spezies der Barrocal Vegetation. Im hohen Alter brechen die weit ausladenden Äste bei Sturm unter dem eigenen Gewicht zusammen.

Das Fruchtfleisch der Schoten (alfarroba) liefert ein hochwertiges nahrhaftes Lebensmittel, das in der Algarve-Küche als fein gemahlenes Mehl (farina de alfarroba) anstelle von Kakao zu vielen Konditorei Spezialitäten verarbeitet wird. Das weißliche Mehl der Kerne (Carubin) kommt in der Diätküche und als Nahrungszusatzstoff zum Einsatz. In der Antike wurden die Samenkörner wegen ihres nahezu konstanten Durchschnittsgewichtes als Gewichtseinheit für Diamanten verwendet.

Granatapfelbaum (Romãzeira)

Der Granatapfel (Punica granatum) wird seit der Antike auch im Mittelmeerraum angebaut

Sein lateinischer Name geht auf die römische Bezeichnung für die Phönizier zurück. Er gedeiht in der Barrocal Region der Algarve als kleiner Baum oder Strauc, der im Herbst seine Blätter abwirft.

Der Baum blüht im Frühjahr, und die an Äpfel erinnernden Früchte, die ihre Farbe mit der reife von Grün nach Rot wechseln, bleiben als weithin sichtbare Farbtupfer auch längere Zeit an den kahlen Ästen. Der Granatapfeln eine Scheinfrucht mit einer Vielzahl von rosa- bis dunkelroten Kernen. An sie gelangt man am einfachsten, indem man den Apfel aufchneidet und sie durch Klopfen mit der Rückseite eines Löffels auf die Schale herauslöst.

Der Baum blüht im Frühjahr, und die an Äpfel erinnernden Früchte, die ihre Farbe mit der reife von Grün nach Rot wechseln, bleiben als weithin sichtbare Farbtupfer auch längere Zeit an den kahlen Ästen. Der Granatapfeln eine Scheinfrucht mit einer Vielzahl von rosa- bis dunkelroten Kernen. An sie gelangt man am einfachsten, indem man den Apfel aufchneidet und sie durch Klopfen mit der Rückseite eines Löffels auf die Schale herauslöst.

Schirmpinie (Pinheiro)

Die immergrüne Schirmpinie gehört zur Gattung der Kiefern

Sie verdankt ihren Namen der schirmförmigen breiten Krone, die im Alter abflacht. Sie gedeiht, oft zusammen mit anderen Kieferarten, auf sandigen Böden, wie sie an der Küste der Ost- und Zentralalgarve vorkommen und erreicht eine Wuchshöhe von über 20 m. In den Ferienresorts werden sie als Schattenspender auf den Sonnenwiesen geschätzt und gepflegt.

Die erwachsenen weiblichen Bäume entwickeln nach der Bestäubung große schuppige Zapfen (pinha) mit essbaren Samen, den Pinienkernen. Diese (teure) Delikatesse findet in der Küche Portugals sowohl bei Süßwaren wie als Zugabe zu Salaten und anderen Gerichten Verwendung. Die Zapfen werden gerne als Brennmaterial im Kamin verwendet, und die dicke Borke der Stämme wird bei Gärtnern geschätzt als Rindenmulch.

Pinien und andere Kiefernarten werden an der Algarve vom Pinien-Prozessionsspinner befallen. Die Raupen überwintern in der Baumkrone in auffälligen Nestern, die sie im Frühjahr in langen, schlangenförmigen Prozessionszügen verlassen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Der Kontakt mit den Raupenhaaren führt zu sehr unangenehmen und stark juckenden Hautreaktionen, deshalb wird in den Urlaubsresort „Caterpillar Alarm“ ausgelöst.

Eine Ortschaft an der Algarve erweist dem Pinienzapfen (pinha) einmal jährlich eine besondere Ehre. Die Gemeinde Estoi im Bezirk Faro feiert am 2. Mai die „Festa da Pinha“ mit einem farbenprächtigen Umzug. „Viva a Pinha“.

Mandelbaum (Amendoeira)

Den Mandelbaum haben die Mauren aus ihrer Nordafrikanischen Heimat mitgebracht

Der Legende nach war es ein Prinz aus dem Morgenland, der für seine Angebetete aus dem hohen Norden die weiß blühenden Mandelbäume an die Algarve brachte, weil sie den Schnee aus ihrer Heimat vermisste.

Die prächtige Mandelblüte in den Wintermonaten, Vorbote des nahenden Frühlings, hat maßgeblich zum Bild von der blühenden Algarve beigetragen. Die Blätter werden erst nach der Blüte ausgebildet und zum Ende des Sommers abgeworfen. Die grau-grünen Früchte sind zunächst samtig behaart, ehe sie nach der Reife aufplatzen und die eigentliche Steinfrucht mit der braunen Nußschale zutage tritt. Mandeln sind eine wichtige Zutat für viele Süßigkeiten an der Algarve, und das aus ihnen extrahierte Öl findet in der Kosmetik Verwendung. In den letzten Jahren beobachten wir mit Bedauern, dass die Zahl dieser mit der neueren Geschichte der Algarve verbundenen Bäume in der Barrocal Region der Algarve durch die zunehmende Trockenheit stark abnimmt und auf vielen Wiesen nur noch Baumstümpfe ihr Dasein fristen, die im Winter spärliche Blüten treiben

Eukalyptus Baum (Eucalyptus)

Der Eukalyptus Baum ist mit einer Waldfläche von nahezu 1 Mio. ha. die inzwischen in Portugal am weitesten verbreitete Baumart

Der invasive, in Australien beheimatete Baum wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Material für die Papier- und Zellstoffindustrie eingeführt, die zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Portugals gehört. Eukalyptus einer der am meisten angebauten Baumarten in Portugal und hat seitdem viele heimische Baumarten verdrängt. An der Algarve wird er vor allem in der Serra de Monchique und an der Westküste angebaut.

Der schnell wachsende Baum kann nach 7-8 Jahren geschlagen werden und wächst ebenso schnell nach. Da ein Großteil der Wälder Portugals in Privatbesitz ist, haben ökonomische Aspekte Vorrang vor den mit dieser Entwicklung verbundenen Umweltschäden: dem hohen Wasserverbrauch, Rückgang der Biodiversität durch Monokulturen, Bodenveränderungen und der durch die ätherischen Öle leichte Entflammbarkeit. Viele der katastrophalen Waldbrände, die jedes Jahr auch im Hinterland der Algarve (Serra) große Flächen verwüsten, sind darauf zurückzuführen.

Orangenbaum (Laranjeira)

Der Baum kam im Zeitalter der Portugiesichen Entdeckungen aus China nach Portugal

Die Frucht (Süßorange, laranja doce) des immergrünen Orangenbaums (citrus sinensis), eine Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse, ist die meist angebaute Zitrufrucht der Welt. Der Baum wurde im Zeitalter der Portugiesichen Entdeckungen aus China nach Portugal gebracht, von wo aus er dies ganze Welt eroberte. Schon einige Jahrhunderte zuvor kannte man in Europa die Bitterorange (citrus aurantium).

Orangenplantagen finden sich vor allem in den tiefer gelegenen küstennahen Regionen der Algarve, da sie eine regelmäßige künstliche Bewässerung benötigen. Olivenbäume tragen 2mal im Jahr, deshalb findet man Blüten und Früchte am selben Baum.

Silves, zur Zeit der Mauren die Hauptstadt der Algarve, bezeichnet sich als „Capital do Laranja“ und veranstaltet unter diesem Motto alljährlich eine große und sehenswerte Austellung.

Palisanderbaum (Jacaranda mimosifolia)

Der ursprünglich aus Brasilien stammende Baum blüht von März bis Mai.

Die zu den Tropenbaumgewächsen zählende Jacarada erfreut sich wegen ihrer üppigen Blüte großer Beliebtheit als Zierbaum in öffentlichen Plätzen und Anlagen der Algarve.

Silber-Akazie (Acacia dealbata)

Die Silberakazie ist in dPortugal nicht heimisch, sondern aus Australien eingeführt.

Die Silberakazie, auch als Falsche Mimose bekannt, kommt an der Algarve als Strauch oder Baum (mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 m) vor. Ihre leuchtend-gelbe Blütenpracht kann man von Februar bis März besonders an den Straßen der Serra de Caldeirão und Serra de Monchiquebewundern