Mit einer Küstenlänge von über 210 km ist die Algarve im Westen und Süden vom Atlantik umgeben, im Osten bilder der Unterlauf des Rio Guadiana die Grenze zum spanischen Andalusien, und im Norden erstreckt sich der Alentejo, die Kornkammer und eines der größten Weinbaugebiete Portugals, hinter der Hügelkette der Serra

Auf einer Fläche von nahezu 5 Tsd. Quadratkilometern bietet die Algarve eine große landschaftliche Vielfalt von der Küstenregion (Litoral) über die Übergangsregion (Barrocal) bis zum hügeligt-bergigen Hinterland (Serra).
Costa Vicentina

Die „Costa Vicentina“ genannte Westküste der Algarve erstreckt sich über mehr als 60 km vom Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Kontinents, bis nach Odexeice an der Grenze zum Alentejo. Hier ist das Klima rauer, die Felsen der Steilküste sind schroffer und die darin eingebetteten Sandstrände stärker den Winden vom Atlantik aus westlicher Richtung ausgesetzt. Surfer und Paraglider finden hier ganzjährig ein hervorragendes Revier. Auf der Hochebene über den Klippen erstreckt sich der Parque Natural de Sudoeste Alentejano e da Costa Vicentina, mit 70 Tsd. ha eines der größten Naturschutzgebiete Portugals mit einer artenreichen Flora und Fauna.
Die bekannteste Ortschaft ist Sagres, das unter Heinrich dem Seefahrer historische Bedeutung erlangte. Die Kreisstadt Vila do Bispo weiter im Landesinneren ist dagegen weitgehend vom Tourismus unberührt, ebenso wie das weiter im Norden an einem kleinen Flüsschen wenige Kilometer von der Küste entfernt liegende Aljezur.
Felsenalgarve

Die felsige Südküste der Algarve zwischen Albufeira und Lagos hat das Bild von der Algarve besonders geprägt. Die Küste verdankt ihren Beinamen „Felsenalgarve“ den von der Erosion gezeichneten bizarren Felsformationen mit verschwiegenen Felsbuchten, kleinen Stränden und versteckten Grotten. Dazwischen liegen größere Lagunen mit ausgedehnten breiten Sandstränden, geschützt von Dünen.
Die bekanntesten Ferienorte sind die beiden Tourismus Hochburgen Albufeira und Armação de Pêra, die ehemaligen Fischerdörfer Carvoeiro und Ferragudo im Kreis von Lagoa, Praia da Rocha – der Stadtstrand von Portimão an der Mündung des Rio Arade, Alvor, Lagos, Porto do Môs und Praia da Luz. Wer hier Urlaub macht, den locken vor allem das Badevergnügen und das umfangreiche Wassersportangebot im Sommerhalbjahr..
Goldenes Dreieck

Der Küstenabschnitt zwischen Faro und Albufeira beherbergt die weltberühmten Ferien- und Golfresorts Quinta do Lago, Vale do Lobo und Vilamoura. Das sog. „Goldene Dreieck der Algarve“ (triangolo dourado) hat seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts den legendären Ruf der Algarve als exklusives Golf- und Urlaubsziel geschaffen.
Die Peninsula de Ancão, der Hauptstadt Faro vorgelagert, bildet das letzte Glied der Inselkette, die die Lagunenlandschaft der Ria Formosa vom offenen Meer trennt. Weiter nach Westen geht die Dünenlandschaft in mit Pinien bestandene Bundsandsteinklippen über, vor denen sich ein endloser breiter Sandstrand erstreckt. Dazwischen liegen kleinere Seen, dessen größtem das Resort Quinta do Lago seinen Namen verdankt (Port. Lago = See)
Die wichtigsten Ortschaften im Goldenen Dreieck sind Almancil und Quarteira im Kreis Loulé.
Ria Formosa

Der an die Sandalgarve anschließende Küstenabschnitt der Ria Formosa erstreckt sich von der Peninsula de Cacela bis zur Ilha de Faro (Peninsula de Ancão) westlich des Flughafens von Faro. Dieses einmalige Naturreservat besteht aus einer Lagunenlandschaft, die durch eine Kette vorgelagerter kleiner Insel und Halbinseln von der offenen See des Atlantiks getrennt ist.
Entstanden ist diese Lagunenlandschaft durch das letzte große Seebeben im Jahre 1755. Wind, Wellengang und Gezeitenstrom verändern bis heute beständig Breite, Tiefe und Lage der Barren und Inseln, bei starker Brandung oft innerhalb weniger Tage. Von dieser regelmäßigen Umformung zeugen zahlreiche archäologische Funde entlang der heutigen Küstenlinie, etwa die Überreste von Thunfisch Verarbeitungsanlagen und Besiedlungen aus römischer und vorrömischer Zeit. Beeindruckend ist der Wechsel des Landschaftsbildes von der geschlossenen Wasserfläche bei Springhochwasser bis zum Wattenmeer bei absoluten Tiefstand sechs Stunden später.
Baixo Guadiana

Baixo Guadiana am Unterlauf des Rio Guadiana mit den drei Landkreisen Vila Real de Santo António, Castro Marim und Alcoutim ist die östlichste Region der Algarve. Der Fluss, der im Hochland von Kastilien- La Mancha entspringt und bei Vila Real de Santo António in den Golf von Cadiz mündet, bildet die Grenze der Algarve zum benachbarten Andalusien in Spanien. Die Salzmarschen im Mündungsbereich bei Castro Marim (Sapal de Castro Marim) sind ein Refugium für viele Vogelarten. Ein Lehrpfad führt durch das Naturschutzgebiet, in dem Meersalz gewonnen wird.. Die weiter nördlich gelegenen Stauseen von Beliche und Odeleite sind für die Stromerzeugung und die Wasserversorgung der Region auch in trockenen Zeiten von großer Bedeutung.
Die an der Flussmündung liegende Kreisstadt Vila Real de Sto. António ist bekannt für ihre schachbrettartig angelegten Straßen, ein Ergebnis des Aufbaus der Stadt in der Rekordzeit von 5 Monaten nach dem schweren Erdbeben von 1755. Die Burgen von Castro Marim und Alcoutim sind Zeugnis der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Portugal und dem benachbarten Spanien in vergangenen Jahrhunderten.
Barrocal

Das Barrocal der Algarve ist eine Vorgebirgslandschaft zwischen dem flachen Küstenstreifen (Litoral) im Süden und den hügelig-bergigen Höhenzügen (Serra) im Norden der Region. Mit 1250 qkm umfasst sie etwa ein Viertel der Gesamtfläche der Algarve. Während in den Tälern Tonböden zu finden sind, bestehen die Erhebungen aus dolomitischen Kalkstein. Ihr Namen setzt sich zusammen aus barro (pt. für Lehm) und cal (pt. für Kalk).
Die fruchtbare Region des Barrocal zeichnet sich durch eine besonders artenreiche Flora und Fauna aus. In den tieferen Lagen wird hauptsächlich Landwirtschaft betrieben, während das bis zu 400 m hohe Hügelland mit einer Macchie bewachsen ist. Dort werden Ziegen, Schafe und das Iberische Schein ganzjährig in Freiluft gehalten. Besonders wasserreich ist das Hinterland von Loulé mit den sehenswerten Dörfern Alte, Tôr, Querença und Salir. Die zahlreichen Quellen speisen das Flüsschen Ribeira de Quarteira, das nahe der Marina von Vilamoura in den Atlantik mündet.
Serra

Die waldreiche Serra an der Grenze zum Alentejo erstreckt sich von der Costa Vicentina bis an den Rio Guadiana. Sie bedeckt die Hälfte des Territoriums der Algarve und ist als Barriere von großer Bedeutung für das Klima der Algarve. Geologisch besteht sie aus zwei verschiedenen Schichten: Schiefer bis zu einer Höhe von 3-400 m, und darüber eine spezielle Form des Granit, der „Foiait“, der in der Umgebung von Monchique abgebaut wird. Drei Höhenzüge bilden die Serra:
- Serra de Espinhaço de Cão im äußersten Westen mit einer Höhe bis zu 300 m an der Grenze zur Costa Vicentina
- Serra de Monchique im Westen, der höchste Höhenzug im südlichen Portugal mit dem Foia (902 m) und dem Picota (774 m)
- Serra do Calderão (Serra do Mú) in der Mitte und Osten an der Grenze zum Baixo Alentejo mit einer Höhe von bis zu 589 m

