Die Lagunenlandschaft der Ria Formosa, vom offenen Atlantik durch eine Inselkette abgeschirmt, erstreckt sich von Cacela Velha östlich von Tavira bis zur Penimsula de Ancão hinter dem Flughafen von Faro

Die heutige Form dieses einmaligen Naturreservates ist durch dasletzte große Seebeben im Jahre 1755 entstanden. Wind, Wellengang und Gezeitenstrom verändern beständig Breite, Tiefe und Lage der Barren und Inseln, bei starker Brandung oft innerhalb weniger Tage

Die Ria Formosa von oben
Von ihren Flügen über die Lagune und die Inseln der Ria Formosa mit einem Ultraleichtflugzeug der Firma Pegasus, gesteuert von Pilot George, haben unsere Freunde Katrin und Bernd sensationelle Aufnahmen mitgebracht, die die bizarre Schönheit der großartigen Landschaft erahnen lassen.
Die Rundflüge starten und enden auf einem kleinen Flugfeld östlich von Olhão. An Bord ist außer dem Piloten nur Platz für einen Passagier. Erst aus der Luft bekommt man eine Vorstellung von der Dimension dieser friedvollen Lagunenlandschaft.

Inselkette
Die Kette von vorgelagerten Halbinseln und Inseln trennt die Lagune vom offenen Atlantik. Die meisten von ihnen sind nur mit der Fähre oder einem Wassertaxi vom Festland aus zu erreichen, und nur wenige sind ganzjährig besiedelt.
Von Osten nach Westen:

Meersalzbecken
Meersalz, auch als das „Weiße Gold der Algarve“ bezeichnet, kommt aus den traditionellen Salzgärten, die sich die Küste der Ost-Algarve entlangziehen.
Diese kleinen Meersalzbecken (salinas) sind oft seit Generationen in Familienbesitz. Ihre Anlage folgt der 2000-jährigen Tradition der Salzgewinnung an der Algarve durch Verdunstung des Meerwassers durch die Sonneneinstrahlung.
In vielen Salinen sind noch heute Überreste historischer Gezeitenmühlen und Jahrhunderte lang genutzter Salzgewinnungsbecken zu entdecken.

Bootstour durch die Ria Formosa
Um das Ökosystem der Lagune kennen zu lernen, habe wir eine Eco-Tour mit King Chamaleão unternommen, einem auf die Beobachtung von Vögeln und ökologische Bootstouren in der Lagunenlandschaft der Ria Formosa spezialisierten Unternehmen. Ein Team von engagierten Biologen zeigt den Naturpark als Refugium für vielfältige Arten von Tieren und Pflanzen und verschiedener menschlicher Aktivitäten.
Die Tour führt vom Kai in Olhão quer durch die Lagune bis zur Ilha da Barreta. Beim Landgang auf der unbewohnten Insel, die deshalb auch Ilha Deserta ( d.h. verlassene Insel) genannt wird, suchen wir vergeblich in einem Buschwerk nach Chamäleons, diesen Meistern der Anpassung an ihre jeweilige Umgebung.
Danach geht es mit dem Boot entlang der Küste der Nachbarinsel Ilha da Culatra mit ihren Austernbänken und von dort zurück nach Olhão.

Naturpark Ria Formosa in Olhão
Der sehenswerte Naturpark der Ria Formosa mit einem interessanten Informationszentrum zu diesem Lebensraum liegt vor den Toren der Stadt Olho am Rande der Lagune.
Durch den Park führt ein Rundweg, der uns zunächst über einen Bohlenweg ans Ufer der Lagune führt, wo wir ein altes Boot entdecken, wie es früher von der Thunfischern verwendet wurde. Ein Stück weiter beobachten wir Angler, die in den fischreichen Gewässern ihr Glück versuchen.
Einen Besuch wert ist das Informationszentrum mit einem Modell der ausgeklügelten Technik, mit der bis Mitte des letzten Jahrhunderts ganze Thunfischschwärme gefangen wurden.

Flora der Ria Formosa
Erst bei näherem Hinschauen erschließt sich dem Beobachter die Vielfalt und Schönheit der von weitem unscheinbar erscheinenden Vegetation der Ria Formosa.
Während auf den Inseln der Ria Formosa eine Dünenvegetation vorherrscht, findet man am Ufer der Lagune, ihrer zahlreichen Nebenarme und der Zu- und Abläufe der Salzbecken eine für Salzmarschen typische Vegetation.
In der Uferzone der Lagune finden sich neben Gräsern Queller und die auffällig blühende Gelbe Cistanche, und bei Niedrigwasser kann man die Seegraswiesen, Lebensraum zahlloser kleinerer Meerebewohner wie der Seepferdchen, beobachten.

Fauna der Ria Formosa
Klima und Ausdehnung, geringe Schadstoffbelastung und ständiger Austausch des Wassers durch die Gezeiten machen die Ria Formosa zu einem in dieser Form einzigartigen Lebensraum von unschätzbarem ökologischem Wert.
Seit Mitte der 80er Jahre ist die Ria Formosa Naturschutzgebiet, in dem sich nach Meinung von Meeresbiologen bis zu 80 Prozent der Fische des Nordatlantiks reproduzieren.
Zu den besonders geschützten Bewohnern dieses speziellen Biotopes, die man nur selten zu sehen bekommt, gehören das Chamäleon und das in den Seegraswiesen lebende Seepferdchen, dessen Lebensraum durch den Tourismus und die Umweltverschmutzung zunehmend bedroht ist. .

